THOMAS SCHWENGER | PHOTOGRAPHY
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Das Warum

Ich bin gebürtiger Berliner. Als Kreuzberger bin ich an der Mauer aufgewachsen, als Kind habe ich an ihr gespielt. Die Mauer und die absurde Situation Berlins als einer geteilten Stadt war ein so selbstverständlicher Teil meines Lebens, dass sie Normalität waren. Als 1989 die Mauer geöffnet wurde, änderte sich diese Normalität schlagartig.

Die Mauer verschwand und mit ihr die DDR, aber auch West-Berlin. Nicht die ganze Mauer. Manche Teile sind erhalten geblieben, um an diese Berliner Geschichte zu erinnern. So der Abschnitt an der Mühlenstraße, der, von Künstlern als Symbol für die Freiheit umgewidmet, zur East Side Gallery wurde.

Sie wurde auch für mich zum Symbol – für ein verloren gegangenes West-Berlin, auch wenn dieser Teil der Mauer die „Hintermauer“ auf der Ostseite war, und für ein neu gewonnenes Berlin in einem „Neuen Deutschland“. Ich wollte dieses historische Dokument festhalten. Doch wie so häufig mit Dingen, die selbstverständlich sind, wartet man, bis es (fast) zu spät ist… Wind und Wetter, Touristen und Sprayer setzten der Gallery im Laufe der Zeit so zu, dass nicht mehr viel davon übrig war. Und ich selbst war dann auch nicht mehr in Berlin, suchte mein Glück in Westdeutschland. Von mir unbemerkt, wurde in dieser Zeit ein Teil der Gallery restauriert. Und ich zog wieder nach Berlin zurück.

Die alte Idee war auch wieder da, aber auch die alte Selbstverständlichkeit. Und dann, im April 2006 wurden die Bilder von Rodolfo Ricàlo und Birgit Kinder durch ein Graffiti so stark zerstört, das es der Auslöser für mich war, wenigstens den restaurierten Teil der Gallery doch noch in der jetzt vorliegenden Form zu dokumentieren – solange nicht noch mehr Werke beschädigt wurden.

 

Das Wie

Als dieser Entschluss gefasst war, stellte ich mir die Frage, in welcher Form ein solch - aufgrund schon seines Ausmaßes - monumentales Werk angemessen reproduziert werden kann. Ich wollte das Charakteristikum dieses Werkes – der direkte Zusammenhang der einzelnen Bilder und die schiere Unmöglichkeit, alles gleichzeitig zu erfassen – darstellen, und das in einer Qualität, die besser ist, als das, was ich bislang im Web fand. Mein Ziel war eine höchstmögliche Detailtreue, die den aktuellen Zustand – auch die Veränderungen durch kleine Graffitis – sichtbar machen sollte.

Die Lösung war daher ein lineares Panorama, für das ich ca. 350 Einzelaufnahmen aus 3m Entfernung machte und diese digital aneinanderfügte. Das Ergebnis war ein Bild, auf dem auch noch die an den Mauerrand geworfenen Zigarettenstummel scharf abgebildet werden. Das aber auch – in bester Fotoqualität gedruckt – eine Größe von ca. 40cm x 40m hat. Daher findet sich in dieser Webgalerie nur eine reduzierte Version, die einen vernünftigen Kompromiss in Bezug auf Ladezeiten und verfügbaren Bildschirmauflösungen darstellt.